12.30 Uhr (6.30) – Es ist schwierig im Bus sitzend mit dem Laptop zu arbeiten, besonders wenn der Fahrgast vor dir den Sitz so weit nach hinten legt, dass du mit bloßem Auge erkennst, ob er schuppiges Haar hat. Ich könnte seinen Kopf als Ablage für den Computer benutzen, aber ich glaube nicht, dass ihn das erfreuen würde. Also verbiege ich mich nun einigermaßen um auf der Fahrt von Pattaya nach Bangkok ein paar Zeilen zusammen zu bringen.
Die letzten Tage waren durch neue Bekanntschaften geprägt, die einen bleibenden Eindruck hinterließen. Habe außerdem ein paar Tage am Strand versucht zu relaxen – sofern das am Jomtien-Strand unweit der Stadt überhaupt möglich ist. Die meiste Zeit bist du dort nämlich damit beschäftigt dankend abzulehnen, was dir innerhalb von Minuten alles angeboten wird. Von Souvenirs und sonstigem Kitsch über Bekleidung und Brillen, DVDs, Spiele, Früchte, Essen, Eiskrem, Massagen, Maniküren etc. – die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Kaum ist der erste Händler weitergezogen hält dir der nächste bereits seine Ware unter die Nase. Ständig bist du damit beschäftigt lächelnd „Nein Danke“ zu sagen und manchmal vergisst du dabei nicht nur das Danke sondern auch das Lächeln. Allerdings war ich durch leichtes Fieber und Durchfall eh ein wenig eingeschränkt und nicht so gut drauf, was ich mir aber versucht habe nicht anmerken zu lassen.
Es ist immer wieder das Gleiche: Obwohl ich weiß, dass ich bei der Essensauswahl gewisse Vorsicht walten lassen sollte (hab‘ halt einen empfindlichen Magen), tue ich es trotzdem nicht und habe hinterher Probleme. Also kein Selbstmitleid oder Klagen, sondern nur nüchterne Betrachtung des Vorgangs; bin es eben selber schuld. Aber heute geht es mir auch wieder gut und so kann ich mich erneut auf den Weg nach Bangkok machen.
Während meiner Reisen genieße ich es immer wieder ein paar Tage in der Hauptstadt zu verweilen und das nicht nur aufgrund der zentralen Lage in der Mitte des Landes. Dabei kenne ich viele Reisende die Bangkok nicht mögen. In all den Jahren habe ich selber festgestellt, Bangkok kann man nicht neutral betrachten – diese Stadt hasst oder liebt man. Ich jedenfalls liebe Bangkok, auch wenn es schon mal vorkommt, dass meine Gefühle für die Metropole einen Tag Pause machen.









