Nebel liegt über dem Mekong und auch über der Stadt Chiang Khon, als wir morgens um kurz nach sieben aufstehen. Es ist kühl und die feuchte Luft verstärkt diese Kühle noch. In einer Stunde wollen wir uns auf den Weg nach Laos machen. Die Demokratische Volksrepublik Laos ist bereits sichtbar und nur noch durch den Fluss von uns getrennt. Jetzt stellt sich aber die Frage wohin mit dem Motorroller, mit dem wir gestern zwei Stunden lang (gefühlte fünf!!!) von Chiang Rai bis an die laotische Grenze nach Chiang Khon gefahren sind. Die Betreiberin des Gästehauses in dem wir die letzte Nacht verbracht haben, bietet uns an, das Gefährt bei ihr unterzustellen, will aber für diesen Service 150 Bath (mehr als 3 Euro) pro Tag haben. Das ist Wucher und wir lehnen dankend ab.
Tenos besonderes Talent auf Menschen zuzugehen erweist sich wie so oft als hilfreich. Dieses Mal ist es ein Polizist, ebenfalls auf einem Motorroller unterwegs, den er kurzerhand anhält und um Rat fragt. Schnell ist geklärt, dass der Roller an andere Stelle für 20 Bath pro Tag sicher geparkt werden kann. Umgehend schwingt sich Teno mit auf den Roller des Polizisten und ich fahre den beiden zum Parkplatz hinterher.
Der kurze Smalltalk mit dem Gesetzeshüter (der ohne Helm unterwegs ist…) bringt dann auch noch einen weiteren Vorteil: Nämlich die Auskunft, dass Teno als Thailänder ebenfalls einen Reisepass für Laos braucht und seine ID-Card (thailändischer Personalausweis) nicht für die Einreise ausreicht. Der Pass ist aber in Chiang Rai und zudem auch noch abgelaufen.
Aber auch da weiß der nette Polizist einen Ausweg. Zuerst muss Teno auf die Verwaltungsbehörde für Grenzüberschreitungen und dort ein besonderes Ausweisdokument ausfertigen lassen. Mit diesem Dokument kann er nur an einer bestimmten Stelle den Fluss überqueren und anschließend darf er sich nach der offiziellen Einreise in Laos nur in der Einreise-Provinz aufhalten und zudem muss er das Land nach fünf Tagen wieder verlassen. Ehrlich gesagt habe ich nur die Hälfte verstanden und noch weniger kapiert…

Sonnenuntergang am Mekong
Die Fahrt mit einem Longtail-Boot über den Mekong hat etwas Abenteuerliches. Obwohl der Trip nicht einmal fünf Minuten dauert, wage ich während der Überfahrt kaum zu atmen, geschweige denn mich zu bewegen. Das überladene Boot liegt so tief im Wasser, dass ich befürchte jede noch so kleine Welle könnte ins Boot schwappen und den Kahn damit zum Absaufen bringen. Ich bin heilfroh als das andere Flussufer erreicht ist. Die Grenzformalitäten stehlen uns anschließend den halben Vormittag. Dabei ist es nicht die Ausnahmesituation für Teno, sondern der ganz normale Visumsantrag an der Grenze für westliche Ausländer. Eine lange Prozedur bis endlich ein gültiges und gestempeltes Visum seinen Weg in meinen Pass findet und dreißig US$ Dollar aus meinem Portemonnaie in der Schublade des Grenzbeamten eine neue Bleibe haben (wobei der zweite Teil doch recht zügig vonstatten ging …). Doch als es endlich geschafft ist, finden wir in der näheren Umgebung schnell ein kleines und vor allem preisgünstiges Hotel für umgerechnet etwa 6 Euro pro Nacht. Für noch etwas weniger mieten wir hier ebenfalls einen Motoroller und jetzt geht es auf Entdeckungstour in Laos.





