Die Zeit in Laos ist zu Ende – ein paar großartige Tage mit ebenso großartigen Erlebnissen liegen hinter uns. Nach dem Besuch der Schule war eine ausgedehnte Fahrt mit einem Longtailboot über den Mekong noch ein weiteres tolles Highlight. Auf Platz 10 der längsten Flüsse der Erde ist der Mekong zu finden, dessen Länge aber offensichtlich nicht genau festgelegt ist. Laut Wikipedia sollen die Angaben über die Gesamtlänge zwischen 4.350 km und 4.909 km schwanken (vielleicht sollte ich einfach mal nachmessen).

Der Mekong von Laos Richtung Thailand
Für umgerechnet 10 Euro hat der Bootsführer uns über den Fluss gefahren und hat dabei immer geschaut, wo ich die schönsten Fotos machen kann – eine entspannte Fahrt, dessen Tempo die Kamera bestimmte. Sobald ich diese zum Fotografieren/Filmen ansetzte, fuhr der Bootsführer sofort langsamer. Dass während der gesamten Fahrt permanent Wasser ins Boot lief, hat mich dabei nur wenig beunruhigt. Allerdings warf ich auch immer wieder mal einen kontrollierenden Blick auf die Pumpe im hinteren Teil des Bootes, die genauso permanent damit beschäftigt war, das eindringende Wasser wieder zurück in den Fluss zu befördern. Solange dieser Kreislauf funktionierte, brauchte ich mir schließlich keine Sorgen machen.
Da der Mekong nur wenig Wasser führte, ragten überall Felsen aus dem Fluss, um die unser Kapitän aber erfolgreich herum schipperte; der kannte offensichtlich nicht nur seinen alten Kahn sondern auch das Gewässer und er wusste genau, wo der Fluss seine schönsten Seiten bereit hielt. Als dann die Sonne langsam unterging, und ihre letzten Strahlen über den Fluss schickte, war es fast wie eine Reise in 1000 und eine Nacht …

Die letzten Sonnenstrahlen über dem Fluss
In Laos gehen die Uhren anders. Irgendwie funktioniert hier alles noch eine Spur gelassener als in dem übermächtigen Nachbarn Thailand, von dem Laos aber extrem abhängig ist. Unzählige Produkte aus Thailand findet man an jeder Ecke. Selbst das Fernsehprogramm oder auch zum Teil die Elektrizität kommt von der anderen Seite der Grenze. Schwere Laster werden auf Fähren zwischen Chiang Khong (Thailand) und Houay Xay (Laos) über den Fluss transportiert und damit kommen unzählige Produkte ins Land. Laos selbst exportiert nur relativ wenig. Neben einigen Lebensmitteln meist in Form von Früchten oder Gemüse und Blumen findet aber auch das Laosbier in einigen anderen Ländern Abnehmer.

Mönchsnovizen mit Walkmann und Lehrbüchern abends am Mekong
Ein großes Problem für das eh recht arme Land sind noch immer unzählige Bomben im Boden, die von den Amerikanern während des Vietnamkrieges auf Laos abgeworfen wurden. Es ist kaum vorstellbar, aber auf diesen relativ kleinen Staat fielen mehr Bomben, als im gesamten zweiten Weltkrieg auf Europa. Und offensichtlich beteiligen sich die Amerikaner bis heute nicht an der Beseitigung dieser Altlasten – weder aktiv noch finanziell. Tote und Verletzte durch Blindgänger gehören daher heute noch zum Alltag…
An die Tage in Laos werde ich gerne zurückdenken – von den beiden Überfahrten zum Grenzwechsel abgesehen. Denn auch die Rückfahrt verlief nicht ohne Angstschweiß. Den Grenzverkehr über den Fluss teilen sich Laoten und Thais. Wir bestiegen also ein laotisches Boot, das uns zum anderen Ufer nach Thailand bringen sollte. Mitten auf dem Mekong heulte plötzlich der Motor auf, aber es war keinerlei Schub mehr vorhanden. Ein Griff des Bootsführers an die nicht mehr vorhandene Schiffsschraube erklärte das Problem – und das mitten auf dem Fluss.
Langsam drehte sich das Boot führerlos in dem Strom und begann abzutreiben. Nicht das ich hätte Panik bekommen, meine Herzfrequenz schoss aus mir nicht bekannten Gründen trotzdem in schwindelerregende Höhe. Der Fluss hatte, da Niedrigwasser war, keine sehr starke Strömung doch ein klein wenig flussabwärts sah die Sache durch Steine und Felsen schon anders aus. Zu unserem Glück sah ein thailändischer Bootsführer das abtreibende Boot und steuerte gleich mit hoher Geschwindigkeit auf uns zu. Mitten auf dem Mekong krabbelten wir nun von einem ins andere Boot und gelangten dann doch noch sicher in Chiang Khong ans Ufer. Irgendwie hätte ich diese Aufregung zum Abschluss nicht mehr haben müssen, aber vielleicht sollte einfach noch mal ein kurzer Adrenalinschub die relaxten Tage zuvor unterstreichen.

entspannende Tage in einem faszinierenden Land











